Die Sendung mit der Maus verleiht Flügel

VonAnita

Die Sendung mit der Maus verleiht Flügel

8.200 Minuten. Fast 140 Stunden. Umgerechnet mehr als drei Arbeitswochen in einem Vollzeitjob. So viel gemeinsame Trainingszeit steckt im Turnier-Debut der neuen Gruppe von Joanna und Klaus Reutner. Beim Auftakt zum KaTTaM 2019 in Unterschleißheim trat die Turniereinsteigergruppe fast geschlossen an – und belohnte sich selbst und das TSZ mit einem Sieg in der Altersgruppe Mores, einem dritten Platz bei den Twens und der Führung in der Vereinswertung.

Die Turniereinsteiger aus dem TSZ mit ihren Trainern Joanna und Klaus Reutner und TSZ-Vorsitzendem Thomas Scheiner nach ihrem allerersten Turnier in Unterschleißheim

(Unterschleißheim) Es war die Sendung mit der Maus, die Sabine und Thomas Wild am Ende buchstäblich Flügel verlieh und sie in der Altersgruppe Mores zum Sieg führte. Endrunde Quickstep: „Als die ersten Töne vom Maus-Song erklangen, hat es mich noch mal richtig gerissen. Das war eine sensationelle Musikwahl“, freute sich Thomas Wild noch eine Woche später. Für das Paar war der KaTTaM-Auftakt in Unterschleißheim die Turnierpremiere – wie für alle Paare der Turniereinsteigergruppe, die hier zum großen Teil sogar in zwei Altersgruppen starteten. „Ich war vorher so unglaublich aufgeregt, aber dann war alles viel gemütlicher, als ich es erwartet hatte“, sagt Thomas Wild.

Gemütlich war das Turnier allerdings nur bis zum ersten Tanz: „Es war ein sehr großes und ausgesprochen starkes Starterfeld – sowohl bei den Twens als auch bei den Mores. Die Tänzer hatten locker D-Klasse-Niveau“, beobachtete Joanna Reutner, die die Turniereinsteiger gemeinsam mit Klaus Reutner seit September 2018 im TSZ trainiert.

Die starke Konkurrenz bekamen auch Lena Wild und Thomas Rückerl zu spüren, die bei den Twens starteten und ihr erstes Turnier mit einem großartigen dritten Platz beendeten. „Natürlich freuen wir uns über den dritten Platz, aber eigentlich hatten wir gehofft, mehr rauszuholen. Wir wollten gewinnen“, sagt Lena Wild trotzdem enttäuscht. Andererseits sei ihr Ehrgeiz jetzt richtig angestachelt, ergänzt Thomas Rückerl. „Wir hatten mit dem Raum zu kämpfen. Die Fläche war zu klein für unsere Folgen, so dass wir zum Beispiel im Tango ganze sechs Mal abbrechen mussten, weil wir uns mit anderen Paaren verkeilt hatten. Gleichzeitig ist unsere Haltung noch nicht stabil genug, wir müssen an der Tuchfühlung arbeiten und die erhobenen Positionen besser hinkriegen“, schreibt er die To-Do-Liste bis zum nächsten KaTTaM in Nürnberg.

Und auch Sabine und Thomas Wild wollen den ersten Platz auch beim nächsten Turnier verteidigen und haben dafür längst einen detaillierten Trainingsplan – so wie alle anderen Paare aus der Turniereinsteigergruppe. „Direkt nach dem Turnier war die Stimmung sehr aufgewühlt, denn während einige Paare über sich und ihre Konkurrenz hinausgewachsen sind, hatten andere mit dem Frust und der Enttäuschung über hintere Plätze zu kämpfen. Aber nachdem die turbulente erste Phase überwunden war, sind alle Paare mit großer Motivation wieder ins Training eingestiegen, um beim nächsten Turnier neu zu kämpfen“, beobachtet Klaus Reutner.

Fünf Wochen bleiben für dieses Training. Fünf Wochen, in denen viele Paare der Gruppe nicht nur zur Gruppenstunde am Sonntag oder zum freien Training am Dienstag kommen. Drei oder mehr Trainingseinheiten pro Woche stehen für einige inzwischen ganz selbstverständlich auf dem Programm. Die Gruppe ist zusammengewachsen. Der große Saal fühlt sich fast wie ein zweites Wohnzimmer an und im kleinen Saal ist jede Kuhle im Parkett inzwischen vertraut. Zu den 140 Trainingsstunden kommen so locker noch ein Dutzend oder mehr hinzu, bis das Turnier in Nürnberg beginnt. „Der Tanzsport wird oft unterschätzt. Doch wer sich auf Turnieren durchsetzen will, muss körperlich und geistig gut aufgestellt sein. Dass unsere Paare das leisten wollen, macht uns auch als Trainer stolz“, sagt Joanna Reutner.

Doch Thomas Wild zuckt als Erwiderung nur mit den Schultern. „Wir haben doch den einfacheren Part. Schließlich versuchen wir nur umzusetzen, was Joanna und Klaus uns mit einer Engelsgeduld beibringen. Sie haben uns innerhalb weniger Monate turnierfit gemacht. Das ist die echte Leistung.“ Und so heißt es am 5. Mai auch in Nürnberg wieder: Brustbein aufrichten, Ellenbogen raus, Kopfgewicht nach links und auf in den Kampf!

Die Einzelwertungen der Paare und Tänze sowie einen weiteren Bericht über das erste KaTTaM hat der TSC Unterschleißheim veröffentlicht. Ein Video vom Maus-Quickstep haben wir auf unserer Facebookseite veröffentlicht.